Geographie & Klima

2 Geographie

Die Insel Ischia befndet sich ca. 30 km südwestlich von Neapel und ist mit 46 km² Fläche die größte Insel im Golf von Neapel. In den sechs Gemeinden der Insel (Barano, Casamicciola Terme, Forio, Ischia, Lacco Ameno und Serrara-Fontana) sind insgesamt 60.000 „Ischitaner“ beheimatet. In der Geologie spricht man bezüglich Ischia von einem vulkanotektonischen Horst. Das bedeutet, die Insel ist durch die vulkanischen Tätgkeiten und damit verbundenen tektonischen Prozessen im Laufe der letzten 55.000 Jahre entstanden. Die höchste Erhebung der Insel ist der Monte Epomeo mit 789 m, der jedoch kein Vulkan ist. In etwa 2,5 km Tiefe befndet sich eine Magmakammer, die für die insgesamt ca. 40 Ausbruchszentren auf der Insel verantwortlich ist. Noch heute zeugen aufsteigende Gase und unzählige Thermalquellen von den magmatschen Prozessen unterhalb der Insel. Die tektonische Aktvität hat zahlreiche Bruchstellen hervorgebracht, die im Gelände of gut als tefe Täler zu erkennen sind. Besonders deutlich ist dies an der Südwest-Nordost verlaufenden Senke von Barano nach Ischia-Porto/Ponte zu erkennen, welche die Insel in das Epomeo Massiv und den Campagnano Bergstock unterteilt.

2.1 Klima

Die Insel Ischia liegt im Bereich des gemäßigten, mediterranen Klimas. Es gibt lange, sehr trockene und heiße Sommer, und im Winter bleibt es mild bis kühl, allerdings auch mit regnerischen Tagen (Abbildung 1). Für einen Strandurlaub auf der Insel bietet sich die Zeit von Mai bis Ende Oktober an. Erst ab Mai sind die Wassertemperaturen angenehm. Die wärmsten Monate sind Juli und August. Die durchschnitlichen Tagestemperaturen erreichen dann ca. 30°C und es ist mit 2-3 Regentagen pro Monat zu rechnen. Die Insel bietet aber auch gute Voraussetzungen für einen Wanderurlaub. Als beste Reisezeiten empfehlen sich dann Frühling und Herbst. Bereits in März und Mai werden angenehme Temperaturen von durchschnitlich 18°C erreicht. Im Herbst sind auch die Wassertemperaturen noch hoch genug für einige Strandtage. Der Winter ist mild und die kältesten Monate sind Januar und Februar mit durchschnitlichen Temperaturen von ca. 11°C. Von November bis Januar regnet es häufger (mehr als 10 Tage pro Monat) und die Sonnenstunden sind gering.

Ischia. Klimadiagramm

1: Klimadiagramm für die Insel Ischia mit Durchschnitswerten für Temperatur, Sonnenschein und Niederschlag.

2.2 Geschichte der Thermalwässer auf Ischia

Wer nach den Besonderheiten der Insel Ischia gefragt wird, dem fallen meist als Erstes die zahlreichen Thermalwässer und deren heilende Wirkung ein. Heute hat fast jedes Hotel ein Thermalbad und bietet Kuren und Wellness in modernen Einrichtungen an. Doch wie hat alles angefangen? Wer entdeckte die heilsame Wirkung der Thermalwässer und wie hat sich die Nutzung der Thermalwässer im Laufe der Zeit entwickelt? Mit diesen Fragen befasst sich dieses Kapitel. Die Geschichte der Thermalwässer auf der Insel Ischia geht bis in das 1. bis 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. Damals entdeckten die Euböer die Nitrodi-Quelle bei Buonopane und widmeten sie dem Got Apollon und dessen Nymphen. Im Jahre 89 v. Chr. gab schließlich Sylla, ein rö- mischer Politker, Feldherr und Diktator, den Impuls für die Nutzung der Thermalwässer. Auf Ischia entwickelte sich nun eine Thermaltraditon, die leider mit dem Ende des Römischen Reiches zunächst wieder verschwand. Erst in der Zeit der Renaissance wurden die Thermalquellen auf Ischia wiederentdeckt. Neue Impulse dazu gab Vitoria Colonna, die berühmte italienische Dichterin, im 16. Jahrhundert. Die Thermaltraditon blühte erneut auf und 1588 schrieb Giulio Jasolino, ein berühmter neapolitanischer Arzt, ein umfassendes Buch über die Verwendung und Wirkung von Thermalwasser. Fast 250 Jahre später, im Jahre 1835, veröffentlichte der Schweizer Arzt Jacques Etenne Chevalley De Rivaz einen Führer zu den Thermalquellen der Insel Ischia. In den vergangenen 40 Jahren wurden die Thermalwasserkuren intensiv erforscht. Mit wissenschaflichen Methoden gelang es, die Wirkung dieser Kuren auf die Gesundheit zu belegen. Heute werden ein- bis zweimal im Jahr Proben der Thermalwässer genommen und analysiert. Immer häufger wird auch die elektrische Leitähigkeit gemessen, die einen Hinweis auf die Ionen-Verhältnisse (s. unten) im Wasser gibt. Das ist besonders bei den Thermalwässern in der Nähe des Meeres wichtg, da sich hier das Thermalwasser im Laufe der Kursaison durch Abpumpen immer mehr mit Meerwasser vermischen kann und sich dadurch die Ionen-Verhältnisse und auch die mikrobiologische Zusammensetzung des Thermalwassers ändern können.

 

 Ionen sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle. Die negativ geladenen Ionen werden als Anionen bezeichnet und die positv geladenen Ionen heißen Katonen.